Dr. Yan Xu-Lackner

Dr. Yan Xu-Lackner

Wissenschaftliche Mitarbeiterin/ Research Fellow, Direktorin des Konfuzius-Instituts/ Director of the Confucius Institute, Leiterin des Sprachprogramms/ Language Program Coordinator

Institut für Sprachen und Kulturen des Nahen Ostens und Ostasiens
Lehrstuhl für Sinologie

 

Ich verstehe mich seit fast 40 Jahren als „Übersetzerin“ zwischen der chinesischen und deutschen Gesellschaft und Kultur. Das Bestreben, Brücken zu bauen und zum besseren gegenseitigen Verständnis beizutragen, zieht sich wie ein roter Faden durch meine berufliche Laufbahn: In meinen jungen Jahren in China war es mir als Deutschdozentin eine große Freude, den Studierenden die deutsche Sprache und Kultur zu vermitteln. In Deutschland wurde China zum Mittelpunkt meiner Forschung und Lehre, wobei das kulturadäquate „Übersetzen“ in allen Belangen einen zentralen Stellenwert für mich einnimmt. Seit Beginn meiner Tätigkeit für den Lehrstuhl für Sinologie lege ich großen Wert auf den reflektierten Umgang mit der Zielsprache und -kultur, ohne dabei jedoch die Reflexion über das Eigene außen vorzulassen. Für mich ist Kulturvermittlung keine Einbahnstraße, sondern setzt immer auch Kenntnis und Verständnis beider Kulturen voraus.

Über das Theoretische hinaus liegt mir die Interkulturelle Kommunikation im Praxisbezug sehr am Herzen. In den letzten 25 Jahren konnte ich mir durch zahlreiche Trainings und Seminare zu Politik, Wirtschaft und Kultur Chinas und Asiens bei angesehenen Firmen einen Namen als interkulturelle Beraterin machen.

Meine Arbeit als Direktorin des Konfuzius-Instituts Nürnberg-Erlangen erlaubt mir darüber hinaus, als Kulturmanagerin kreativ Projekte zu entwickeln und Menschen und Institutionen aus unterschiedlichen Kulturkreisen in einen Dialog zu bringen: Dabei möchte ich Möglichkeiten anbieten, in einen offenen Austausch miteinander zu treten und die Vielfalt der jeweils anderen Kultur zu entdecken, um ein tieferes Verständnis für gemeinsame, aber auch unterschiedliche Werte und Perspektiven erlangen zu können. Mein besonderes Interesse an Kunst aus China führte 2018 zur Gründung eines Kunstraums, der zeitgenössischer Kunst aus China oder Kunst, die sich inhaltlich mit China auseinandersetzt, einen dauerhaften Ausstellungsort in der Metropolregion Nürnberg gibt.

Kulturelle Konstruktionen des Fremden im China des 19. bis 20. Jahrhunderts;
Politik und Fremdsprachenunterricht;
Geschichte des Fremdsprachenunterrichts im spätkaiserzeitlichen China;
Interkulturelle Kommunikation.

Akademische Ausbildung

1996-2001 Promotion im Fach Erziehungswissenschaften an der TU Berlin
1990-1995 Magisterstudium in den Fächern Erziehungswissenschaften an der TU Berlin und Sinologie an der FU Berlin
1987-1990 Regelmäßige Teilnahme an Lehrerfortbildungsprogrammen in Hangzhou, VR China, geleitet von Dozenten der TU Berlin und DAAD-Lektoren (Schwerpunkte: Fremdsprachendidaktik und -methodik, Lernpsychologie, Erwachsenenbildung)
1982-1986 Bachelorstudium im Fach Germanistik an der Tongji-Universität Shanghai, VR China

Auszeichnungen und Stipendien

1996-1998 Promotionsstipendium der Friedrich-Ebert-Stiftung
1995 DAAD-Preis an ausländische Studierende für hervorragende wissenschaftliche Leistungen (für Magisterarbeit)
1990-1993 Stipendium der TU Berlin


Tätigkeiten in Lehre und Forschung

2000 – heute Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Sinologie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
2001 – 2003 Forschungsprojekt „Die Frühphase der Entstehung des Neusprachen-Unterrichts in China – ein Beitrag zum transkulturellen Vergleich der Entstehung der Geisteswissenschaften“, gefördert durch die Thyssen-Stiftung
1998 – 2000 Wissenschaftliche Lektorin für Chinesisch an der Fachhochschule Konstanz im Studiengang Angewandte Weltwirtschaftssprachen/Chinesisch
1995 – 1996 Wissenschaftliche Hilfskraft an der Arbeitsstelle für Geschichte und Philosophie der chinesischen Wissenschaft und Technik der TU Berlin
1994 -1998 Mitarbeit und Vortragstätigkeit bei Vorbereitungsseminaren für zukünftig in China tätige DAAD-Lektoren
1993 – 1995 Tutorin mit Unterrichtsaufgaben für Deutsch als Fremdsprache an der Zentraleinrichtung Moderne Sprachen der TU Berlin
1992 – 1995 Mitarbeit am Forschungsprojekt der Universität Regensburg zum Thema „Handlungswirksamkeit zentraler Kulturstandards in der Interaktion zwischen Deutschen und Chinesen“ unter der Leitung von Prof. Dr. Alexander Thomas
1986 – 1990 Deutschdozentin am Deutschen Sprachzentrum der Universität
Zhejiang, VR China

 

Weitere Tätigkeiten, Leitungsaufgaben und Mitwirkung in Gremien

2021- heute Mitglied im Beirat des CVJM Nürnberg
2016 – heute Mitglied im Fachbeirat des Bildungscampus Nürnberg
2006 – heute Gründungsdirektorin des Konfuzius-Instituts Nürnberg-Erlangen
2004 – heute Leiterin des HSK-Zentrums am Lehrstuhl Sinologie an der FAU
(HSK ist die zertifizierte Sprachprüfung für die chinesische Sprache, äquivalent zum englischen TOEFL-Test)
1996 – 1997 Mitarbeit am Weiterbildungsprogramm des Arbeitsamtes Berlin für China-Referenten, organisiert von der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ): Chinesischunterricht für Anfänger und Wirtschaftschinesisch für Sinologen
1994-heute Durchführung und Leitung von rund 150 interkulturellen Trainings und Seminaren zu Politik, Wirtschaft und Kultur in China und Asien im Allgemeinen, mit besonderem Fokus auf dem sozialen Umgang mit Menschen aus dieser Region und Konfliktmanagement, für namhafte deutsche Unternehmen (Bosch, Siemens, Nordbank, Schenker, Thyssen, Opel, Volkswagen, METRO, Steinmüller GmbH, uvm.)
1992 – 1994 Mitarbeit an der Ausstellung „China Avantgarde“ im Haus der Kulturen der Welt in Berlin und an der chinesischen Version des Ausstellungskatalogs
1986 – 1990 Übersetzungstätigkeit für chinesische Maschinenbau-Industrie; Dolmetscherin bei verschiedenen Kulturveranstaltungen in China; Betreuerin und Chinesischlehrerin für Bildungsreisende aus Deutschland

Sprachen

Fließend in Wort und Schrift: Chinesisch (Muttersprache), Deutsch und Englisch.

2017

  • :
    Zum Kulturbegriff im Fach Chinesisch als Fremdsprache
    In: Facetten des Deutschen -didaktisch, linguistisch, interkulturell. Festschrift für Ulrich Steinmüller zum 75. Geburtstag, Universitätsverlag der TU Berlin, , S. 345- 363

2016

  • :
    Schutz und Segen fürs Haus
    In: Hausgötter und die Hoffnung auf Glück und Segen - Chinesische Neujahrsbilder aus Yangjiabu in der Provinz Shangdong, Freiburg: , , S. S. 14-16
    (Zeitungsartikel)

2014

  • :
    212 Druckstock und 213 Visitenkarte
    In: Wege in die Moderne - Weltausstellungen, Medien und Musik im 19. Jahrhundert, , S. S. 144
    (Zeitungsartikel)
  • :
    China im Umbruch seit 150 Jahren
    China-Studientag (Erlangen)
    In: Mission Interkulturell - Beilage zu den Nachrichten der Evangelisch - Lutherischen Kirche in Bayern

2013

2012

2010

  • , :
    战争时期的忠诚-罗伯聃
    In: 李雪涛,柳若梅, 顾钧, Peking: Waiyu jiaoxue chubanshe, , S. 378-405