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Produktion und Konsum von Authentizität — Vergangenheitspolitik in der Kultur- und Kreativwirtschaft im sinophonen Raum

Das Projekt (gefördert von der DFG, 2018-21) untersucht die Bedeutung von Authentizität bei der Schaffung und Verbreitung historischer Erinnerungen im sinophonen Raum. Im Fokus steht die durch die Pluralisierung der historiographischen Akteure in den letzten drei Dekaden tiefgreifend veränderte Bedeutung von Vergangenheit in China, Hongkong und Taiwan. Besonders in der Kultur- und Kreativwirtschaft sind durch digitale Technologien, populäre Medien und die Kommerzialisierung kulturelle Produkte geschaffen worden, die die Vergangenheit als Identitätsressource nutzen und neu imaginieren. In Ergänzung zur top-down-Perspektive in der bestehenden Forschung, die sich seit langem mit staatlich gelenkter Vergangenheitspolitik und nationalen Identitätsdiskursen befasst hat, widmet sich dieses Projekt drei Fallstudien, in denen populäre Modi der Repräsentation und Rekonstruktion von Vergangenheit betrachtet werden: 1. historische Stätten und living history im Tourismus; 2. nichtstaatlich organisierte Ausstellungen und Museen zur Geschichte des 20. Jahrhunderts; und 3. kulinarische Kultur. Dies sind derzeit stark umstrittene Räume der Aushandlung von historischer Erinnerung, wo Konsumenten eine „authentische“ Vergangenheit durch persönliche und personalisierte Erfahrungen nachvollziehen, historische Gebrauchsgegenstände wieder entdecken oder die Vergangenheit durch Nostalgie nacherleben. In allen Fällen ist die abstrakte, an Meistererzählungen gebundene Vergangenheit zu einem Ereignis oder einer Ware geworden, die sich über Authentizität statt historische Wahrheit legitimiert und damit nicht mehr ausschließlich einer politischen Logik zu folgen scheint. Die Erfindung und Anfechtung historischer Authentizität ist damit zu einem hochkomplexen Prozess geworden, in dem Identitätskonzepte zwischen kolonialer und/oder revolutionärer Nostalgie und unvermeidlicher Globalisierung oszillieren.

Mitarbeiter: Prof. Dr. Marc Andre Matten, N.N.

Drittmittelgeförderte Forschung

International Consortium for Research in the Humanities: Fate, Freedom and Prognostication. Strategies for Coping with the Future in East Asia and Europe

(Gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung)

Wissenschaftsgeschichte und Wissenssoziologie der Volksrepublik China (1949-1980) – Zum Kontext von Szientismus, Moderne und Herrschaft (SASS-Sammlung)

(Unterstützt durch die Chiang Ching-kuo Foundation)

Forschungskooperationen mit Partnern im In- und Ausland

Academia Sinica, Taibei

Centre d’études sur la Chine moderne et contemporaine, École des Hautes Études en Sciences Sociales, Paris

Dept. of Eastern European and Oriental Studies, University of Oslo

Facoltà di Studi Orientali, Università „La Sapienza“, Roma

IHS: Integrated Human Sciences Program for Cultural Diversity, University of Tokio

Institut für Geschichte, Akademie für Sozialwissenschaften Shanghai

Institut für Geschichte der Naturwissenschaft, Chinesische Akademie der Wissenschaften, Peking

Institut für Geschichte, Fudan-Universität, Shanghai

Institute of History, Beijing Normal University

Institute of Oriental and Occidental Studies, Kansai-University, Osaka

Language Information Sciences Research Center, City University of Hong Kong

Shandong University, Zhouyi Centre